Bindert: Forderungen von „Fridays For Future“ sind berechtigt – auch Hannover muss noch mehr für den Klimaschutz tun!

  • Veröffentlicht am: 6. Mai 2019 - 10:03
Mark BIndert
Foto: Sven Brauers, © Grüne Hannover

„Wir Grünen nehmen die Forderungen der seit Wochen für den Klimaschutz streikenden Schüler*innen, Student*innen und Azubis sehr ernst und beantragen daher heute im Umweltausschuss eine Anhörung zu den klimapolitischen Forderungen der Bewegung „Fridays For Future“ erklärt Mark Bindert, umweltpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion. Wie berechtigt die Forderungen von „Fridays For Future“ sind, zeigt laut dem grünen Umweltpolitiker die aktuelle Energie- und CO2-Bilanz für die Landeshauptstadt Hannover. Danach wird Hannover - ebenso wie ganz Deutschland - bis 2020 voraussichtlich nicht das CO2-Minderungsziel von 40 % im Vergleich zum Jahr 1990 erreichen.



„Wenn wir die Klimakatastrophe noch abwenden wollen, dann müssen wir auch in Hannover noch deutlich mehr für den Klimaschutz tun“, betont Bindert. „Die Forderungen von „Fridays For Future“ nach Nettonull für Treibhausgase bis 2035, nach Kohleausstieg bis 2030 und nach 100 % erneuerbare Energieversorgung bis 2035 sollten uns dazu in Hannover ein Ansporn sein.“ So wollen es die Grünen nicht länger hinnehmen, dass bis heute die PV-Stromerzeugung nur 1 % des hannoverschen Stromverbrauchs abdeckt. Damit endlich mehr Solarstrom in Hannover erzeugt wird, haben die Grünen daher zusammen mit ihren Bündnispartner*innen einen Antrag zu „Leitlinien zur Herstellung bzw. Vorhaltung einer Photovoltaikanlage bei Neubauten“ eingebracht, der heute ebenfalls im Umweltausschuss beraten wird.



Bindert: „Auch im hannoverschen Verkehrssektor sind die CO2-Emissionen bisher viel zu wenig zurückgegangen. Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele, aber auch angesichts der aktuell bestehenden Lärm-, Luftqualitäts-, Verkehrssicherheits-, Platz- und Stauprobleme in Hannover, muss jetzt dringend eine umfassende Verkehrswende hinzu Radverkehr, ÖPNV, E-Mobilität und Carsharing vorangebracht werden.“



Trotz verstärkter kommunaler Anstrengungen sind die städtischen Klimaschutzziele allerdings nach Überzeugung von Bindert nur erreichbar, wenn auf nationaler und europäischer Ebene unterstützende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Der Kohleausstieg bis 2030, die CO2-Bepreisung von fossilen Energieträgern sowie das Ende der Subventionen für fossile Energieträger, wie sie von der Bewegung „Fridays For Future Deutschland“ gefordert werden, könnten erheblichen Einfluss auf die Entwicklung in Hannover ausüben.



Hintergrund:



Im Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen wird heute (Montag, 06.05.19) der Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der FDP im Rat der Landeshauptstadt Hannover für eine Anhörung zu den Forderungen von „Fridays For Future“ für den Klimaschutz (Drucksache Nr. 1073/2019) behandelt.

Auf der Tagesordnung des Umweltausschusses steht außerdem erneut der gemeinsame Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der FDP zu „Leitlinien zur Herstellung bzw. Vorhaltung einer Photovoltaikanlage bei Neubauten“ (Drucksache Nr. 0661/2019).

 

Themen: