Pressemeldung des Stadtverbands vom 10.4.19: ADFC-Fahrradklima-Test: GRÜNE sehen Handlungsbedarf in Hannover

  • Veröffentlicht am: 10. April 2019 - 13:25
Bild von Linus Schütz auf Pixabay

Der am 09. April 2019 veröffentlichten  ADFC-Fahrradklima-Test 2018 macht für die hannoverschen GRÜNEN den Verbesserungsbedarf Hannovers bei der Radverkehrsförderung deutlich. Dazu Gisela Witte, Vorsitzende des Stadtverbands:  „Der zweite Platz für Hannover unter den Großstädten über 500.000 Einwohner*innen ist ein klarer Erfolg grüner Politik. Das Ziel muss aber sein, aus der eher enttäuschenden Note 3,77 eine 2 zu machen."

Besonders bemängelt Witte die schlechten Werte bei den Themen ‚Ampelschaltung‘, ‚Führung an Baustellen‘ sowie ‚Falschparkerkontrollen‘: „Leider hat man in der Stadt zu oft das Gefühl, dass Ampeln vor allem auf den Autoverkehr orientiert geschaltet sind - warum diskutieren wir noch nicht mal über eine grüne Welle fürs Fahrrad, während das in anderen Städten wunderbar funktioniert?“ In den Niederlanden oder Kopenhagen gebe es funktionierende Beispiele, die sich positiv auf den Verkehr insgesamt auswirkten.

Derzeit halte auch der Ausbau der Radwege kaum mit der steigenden Zahl der Radfahrenden Schritt – weswegen viele Radfahrer*innen die Situation im Vergleich zu 2016 eher etwas schlechter wahrnähmen. Gisela Witte fordert vom Ampelbündnis im Rat zusätzliche Anstrengungen bei der Radverkehrsförderung: „International anerkannte Berechnungen und Beispiele aus anderen Städten zeigen sehr deutlich: Investitionen in den Radverkehr lohnen sich eigentlich immer. Auch der Stadthaushalt gewinnt, wenn es gelingt, Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen.“

Hannover könne bei der Radverkehrsförderung von anderen Großstädten lernen: Hamburg habe mit dem Stadtrad eine Bestnote in der Bewertung ‚öffentliches Verleihsystem’ eingeholt - Hannover bildet hier klar das Schlusslicht. „Ein gutes Leihsystem ist der Schlüssel zu einem funktionierenden Zusammenspiel von öffentlichem Nahverkehr und Fahrrad, das vor allem Pendler*innen den Umstieg ermöglicht.“ Die bisherigen Versuche der Stadtverwaltung, ein eigenes und kostengünstiges System zu schaffen, seien zu klein angelegt gewesen. „Damit solche Systeme funktionieren, müssen sie in hoher Qualität flächendeckend erreichbar sein – dafür muss man halt etwas Geld in die Hand nehmen“, fordert Witte.

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