Projekt 'Kronsberg Life Tower' am Standort erhalten

  • Veröffentlicht am: 2. April 2018 - 19:29
Der prämierte Lerngarten im Projekt 'Kronsberg Life Tower'. ( Foto: KLT/Privat)

Im Januar 2018 haben Stadtplaner*innen der Landeshauptstadt Hannover im Stadtteilzentrum KroKuS ihre Ideen für das Gebiet "Bemerode-Ost" rund um die sogenannte Blaue Schule und die Bezirkssportanlage in Bemerode vorgestellt. In diesem Bereich sollen - so die Vorstellungen der Verwaltung - eine Kita, eine neue Grundschule und diverse neue Sportanlagen gebaut werden. Die Sportanlage des TSV Bemerode soll schon bis 2020 durch einen Kunstrasenplatz und ein Beachvolleyballfeld erweitert werden. Den Schützenverein Bemerode, dessen Vereinsheim auf das Gelände der Bezirkssportanlage verlagert werden soll, wollen die Planer*innen  "in die geplante Entwicklung einbeziehen".

In Bemerode gibt es derzeit zu wenig Sportflächen, der TSV Bemerode braucht zusätzliche Anlagen. Soweit stimmt auch die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtbezirksrat zu.

Aber wir sehen unter anderem folgendes Problem: Nichts Konkretes wurde bisher darüber gesagt, was in Zukunft aus dem Projekt "Kronsberg Life Tower" werden soll, dessen jetzige, von der LHH gepachtete Fläche dann zu Sportplätzen werden soll. Anders als der Schützenverein soll dieser Verein bisher von der Verwaltung auch nicht die geplanten Entwicklungen einbezogen werden. Bis zu 100 Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil, an Spitzentagen sogar mehr, nutzen in den warmen Monaten die Kletter-, Garten-, Beachvolleyball- und Stockbrotaktionen des Vereins.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass dieses vorbildliche und erfolgreiche Projekt an seinem jetztigen Standort bleiben und dort weiterarbeiten kann. Einen entsprechenden Antrag haben wir in der April-Sitzung des Stadtbezirksrates bereits gestellt. Wir fordern die Verwaltung darin auf, den bisherigen Standort des Kronsberg-Life-Towers durch eine Erneuerung der Planungen Bemerode-Ost zu sichern. Die CDU hat diesen Antrag in die Fraktion gezogen, so dass erst in der Bezirksratssitzung im Juni darüber abgestimmt werden kann. Wir hoffen, dass sich bis dahin andere Fraktionen unserem Antrag anschließen, denn alle haben die Arbeit des Projektes bisher gelobt. Anfragen die CDU und der Einzelvertreter von der Linken zur Stadtbezirksratssitzung im April fristgerecht an die Verwaltung gestellt hatten, wurden leider von der Verwaltung nicht fristgerecht zur Sitzung beantwortet, sondern sollen von ihr nachgereicht werden. Mitglieder des Bezirksrates haben dies deutlich kritisiert, denn die Antworten zu Kosten(übernahme) der Umsiedlung und alternative Vorschläge sind für die Entscheidung des Bezirksrates grundlegend. 

 

Müter und Kinder vor der Hütte des Kronsberg Live TowerDas Projekt hat darüber hinaus über Jahre hinweg erfolgreich ein Naturareal mit hoher biologischer Vielfalt entwickelt, das auch zu Umweltbildung genutzt wird. Ein Dutzend Obstbäume beginnt dort gerade nennenswert Früchte zur tragen. Auf dem Gelände leben unter anderem Igel, Erdkröte, Maus, Fledermaus, Feldhase, Specht, Ente, diverse Insekten, besonders Bienen, diverse Vögel.

Kinder vom Kronsberg, deren Familien überwiegend selbst keine Gärten haben,  pflegen unter Anleitung den Garten auf dem Gelände. Sie lernen hier das Säen, Gießen, Unkraut jäten, Bodenpflege und Pflanzenkunde, sie düngen und ernten. 2012 hat dieser Garten den 1. Preis beim Gartenwettbewerb „Gartenlust“ der Stadt Hannover in der Kategorie Soziale Einrichtungen gewonnen. Es wäre pädagogisch kontraproduktiv, diesen von den Kindern angelegten und gepflegten Garten nun zu vernichten.

Angesichts der einstigen Errichtungskosten von 70.000 Euro wäre es eine üble Geldvernichtung, den Turm jetzt ab- und irgendwo ein Stückchen weiter wieder aufzubauen. Das zum Kletterturm umfunktionierte Kunstwerk ist inzwischen zu einem Wahrzeichen des Stadtteils geworden. Es wird von einem großen Betonfundament im Erdreich getragen, die verankerungen sind geschweißt und fest einbetoniert. Auch das Betonfundament müsste bei einer Verlegung gründlich entfernt werden - ein nicht zu rechtfertigender Aufwand, der durch eine andere, bessere Planung jetzt noch leicht zu verhindern ist.

 

Mehr zum Kronsberg Life Tower hier: