Geflüchtete Frauen und Mädchen vor Gewalt schützen

  • Veröffentlicht am: 24. November 2015 - 12:10
Foto: Eric Marquardt

Witte: Geflüchtete Frauen sind überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen

„Dem besonderen Schutzbedürfnis geflüchteter Frauen und Mädchen muss durch Maßnahmen, wie etwa Gewaltschutzkonzepte und Qualitätsstandards in den Unterkünften, dringend Ausdruck verliehen werden“, so Gisela Witte, Vorsitzende des Stadtverbands von Bündnis 90/Die Grünen Hannover. „Es kann nicht sein, dass Frauen, die vor Gewalt in ihren Heimatländern fliehen und bei uns Schutz suchen, hier weiterhin durch fehlende Schutzmaßnahmen besonders gefährdet sind. Wir unterstützen daher die Initiativen der Landesregierung zur getrennten Unterbringung von alleinreisenden Frauen in Erstaufnahmeeinrichtungen sowie der Erhöhung der Mittel für Frauenberatungsstellen im Haushalt 2016“, so Witte weiter.

Neben einer Verbesserung der Unterbringungs- und Betreuungssituation, müssen Wege für eine legale Einreise besonderes betroffener Frauen geschaffen werden. Der grüne Stadtverband unterstützt daher den Appell von kargah an Bundeskanzlerin Merkel, ein spezifisches Aufnahmekontingent für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder aus Syrien einzurichten. „Wenn Innenminister de Maiziere überlegt, den Familiennachzug zu kippen, trifft er damit die Schutzbedürftigsten - Frauen und Kinder. Die Fluchtroute über das Mittelmeer und Osteuropa wird dann zum einzigen Fluchtweg und die Wahrscheinlichkeit auf der Flucht nach Deutschland Opfer von Gewalt zu werden, ist wiederum extrem hoch. Wenn wir Frauen schützen wollen, die vor Krieg und den Gräueltaten des IS zu uns fliehen, müssen wir Aufnahmekontingente für sie einrichten“, so Witte abschließend.

Hintergrund:

Am 25.November 2015 findet der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Geflüchtete Frauen und Mädchen sind überdurchschnittlich häufig (sexualisierter) Gewalt ausgesetzt. In Gemeinschaftsunterkünften leben Geflüchtete häufig auf engstem Raum, ohne Rückzugsmöglichkeiten. Frauen und Kinder, die bereits auf der Flucht von Gewalt bedroht waren und die oft traumatisiert sind, laufen unter diesen Bedingungen besonders Gefahr, wieder Opfer von Gewalt zu werden.